5 Tipps: Bessere Qualität beim Smartphone Video Dreh

Kennt ihr das? Auf dem kleinen Bildschirm sieht das Video eigentlich ganz gut aus, aber im YouTube Kanal plötzlich gar nicht mehr? Das Smartphone ist mit weniger als 200 Gramm die leichteste Kamera der Welt. So kommt es bei der Video Aufnahme schnell zu wackeligen Bildern, rauschenden Tönen, flackernden Lichteffekten. Das muss nicht sein.

Filmmaker Sibylle Trost zeigt auf der ACTION! Webkonferenz für Bewegtbildkommunikation der SCM – School for Communication and Management im Workshop, wie bessere Smartphone Videos in Eigenregie erstellt werden. Ihre 5 Tipps zur Professionalisierung teilt sie in diesem exklusiven Blog bei Insights Media Berlin. Wer die Webkonferenz verpasst hat, kann im 2-Stunden Workshop nacharbeiten.

1. Haltung

Das beste Mittel gegen wacklige Smartphone Videos ist Stabilität. Wenn ihr aber kein Stativ an Bord habt, müsst ihr selbst das Stativ für eure Smartphone Kamera sein. Und das heißt: Haltung einnehmen. Eine stabile Haltung ist der “Entenwatschelgang”. Nicht schön anzusehen, aber effektiv. Dabei haltet ihr das Smartphone mit beiden Händen, winkelt die Ellbogen an den Oberkörper an und geht leicht in die Hocke. Von dieser Position aus lassen sich Schwenks, Ranfahrten und Rundumschwenks (bitte nicht über die eigenen Füße stolpern) in konzentrierter ruhiger Bewegung realisieren.

Natürlich gibt es auch Hilfsmittel wie Stative, Halterungen, Gimbals. Eine Zusammenstellung findet ihr in unserer Basic Technik Liste.

2. Licht

Die großen Fallen beim Thema Licht sind vor allem die Fenster. Das Licht, das durch Fenster in einen Raum hinein strahlt, empfinden wir als angenehm. Aber wenn wir den Interviewpartner:in davor stellen, wird das Gesicht dunkel. Dazu gibt es einen einfachen Merksatz: “Licht im Rücken und das Bild wird glücken.”

Wenn wir die Möglichkeit haben, LED Leuchten oder Strahler einzusetzen, muss es keine professionelle Dreipunkt Beleuchtung sein. Ein starkes Tageslicht von vorne und eine seitliche LED Leuchte geben ausreichend Licht für ein gelungenes Interview. Merke: Lenke das Licht auf das Gesicht deiner Hauptperson. Das ist schon mit dem bloßen Auge erkennbar.

3. Ton

Bei den meisten Smartphones leistet das interne Mikrofon beachtliche Qualität – wenn es im ruhigen Raum (bitte auch Fenster schließen) und in einem Abstand von maximal 0,5 Metern eingesetzt wird. Sobald der Geräuschpegel lauter ist oder der Gesprächspartner:in in größerer Entfernung, sollte ein externes Mikrofon benutzt werden. Da gibt es Ansteckmikrofone, Lavalier-Mikrofone, Bluetooth-Mikrofone. Einen Einstieg findet ihr in unserem Audio Blog.

4. Tempo

Geschwindigkeit ist top. Hohes Tempo vermittelt Lebendigkeit und Lebenspuls. Doch Achtung: die Smartphone Kamera reagiert bei zu schnellen Schwenks mit Unschärfe. Diesen Effekt nennt man auch bei schweren Broadcast Kameras die “Bewegungsunschärfe”. Merke: Vor dem Dreh mit der Smartphone Kamera bitte ausprobieren, in welchem Tempo ihr die Kamera bewegen könnt, um scharfe Videos zu erzielen. Das Tempo lässt sich leicht im Videoschnitt herstellen. In unseren Profi Video Workshops gibt es dazu individuelles Training mit  professionelle Anleitung.

5. Kamera Apps

Android Smartphone User finden in der Android Kamera App den Modus “Profi-Video”. Dort können Blende und Schärfe, sowie der Weißabgleich manuell eingestellt werden. In der iPhone Kamera App sind diese Funktionen direkt auf dem Monitor durch einen längeren Fingertip einzustellen. Wie das funktioniert, seht ihr in Kürze auf dem YouTube Kanal von Sibylle Trost Film. Die beste professionelle Kamera App ist “Filmic Pro”. Sie wird auch von Hollywood Regisseuren für Smartphone Kinofilme wie “Tangerine L.A.” oder “Unsane” genutzt. Kurse zum Cinema Look mit der App Filmic Pro bieten wir regelmäßig auch als Firmenfortbildung an.